Home > Berichte > Langschleppenprüfung 22. Mai 2011
Sonntag morgen, kurz vor acht Uhr: die Sonne scheint- die Frisur sitzt nicht. Aber egal, denn schließlich haben wir uns nicht zum Schönheitswettbewerb angemeldet, sondern für die 800 Meter Langschleppenprüfung.
Wir- das sind:
Dr. Andreas Sellmer mit
Golden Rüden It′s me ”Irresistible” of Cadillac
Sonja Graf mit
Golden Retriever Hündin Magic Golden Quirina-Quilla
Monika Haberzeth mit
Golden Hündin Enya Golden Sunshine v. A. T.
Dr. Monika Schwaighofer-Breuer mit
Labrador Rüden Beaverlodge′s Good Will Hunting
und zu guter letzt ich selbst,
Barbara Fischer mit dem Toller Rüden Nugget vom Lech-Toller Nest.
Mir wurde es nun auch überlassen einen Bericht über diese Prüfung zu schreiben.
Ausser unserer ”Retriever Fraktion” waren noch acht weitere Hunde gemeldet, darunter zwei Große Münsterländer, ein Kleiner Münsterländer, ein Deutsch Langhaar, zwei Deutsch Drahthaar, ein Weimaraner und ein Springer Spaniel.
Wir hatten also starke Konkurrenz und Eines gleich vorweg: unsere ”Exoten” haben alle mit Bravour bestanden (jeder hat die Fachwertziffer 4 für die Spurarbeit und das Bringen incl. Vorsitzen und sauberem Ausgeben erhalten).
Jeder von uns Hundeführern hatte von Zuhause Verstärkung mitgebracht. Meist waren es Diejenigen, die uns beim Training und bei der Vorbereitung für diese Aufgabe geholfen hatten(u.a. Lebensgefährten, selbst erfahrene Hundeführer oder Richter beim JGHV). Die seelische und moralische Unterstützung hatten wir auch nötig (so hätten wir bei nicht Bestehen wenigstens Zeugen gehabt, die bestätigen hätten können, dass unsere Hunde eigentlich gut arbeiten), da die Witterungsverhältnisse, das Gelände und auch die Verleitungen sehr anspruchsvoll waren.
Gefühlte 30 Grad, der Boden sehr trocken, Hasenhochzeiten mitten auf der Schleppe, Rehe, Reiter, Quadfahrer und Jogger, welche die Spur kreuzten oder den Hunden auf dem Weg entgegenkamen. Dies sind nur einige Punkte, die so manchen von uns vor dem Ansetzen seines Vierbeiners etwas blass und zittrig erschienen ließen.
Für jeden Teilnehmer wurde ein Schleppe von 800 Meter mit wahlweise Kanickel, Hase, Ente oder Fasan gezogen. Das Gelände war meist bis auf die ersten hundert Meter nicht einsichtig. So musste man sich einfach auf seinen Hund verlassen, wenn er im Wald, über den ersten Hügel oder nach dem ersten Haken zunächst einmal verschwunden war. Nach einigen Minuten (uns kam es wie eine Ewigkeit vor) kam dann der erlösende Funkspruch vom Schleppenzieher:
”Der Hund ist am Stück angekommen, hat sofort aufgenommen und befindet sich auf dem Rückweg”.
Dennoch war das Zittern noch nicht vorbei, wusste man doch nicht, was dem Hund beim Hereinkommen noch alles begegnet und ob er aufgrund des heißen Wetters nicht doch noch schnell eine Abkühlung im nahgelegenen Teich sucht. Die beiden Richter bauten uns während der Wartezeit mit aufmunternden Worten immer wieder auf und versuchten unsere Nerven zumindest etwas zu beruhigen. Dafür und auch für das faire Richten ein herzliches Dankeschön.
Wir alle fieberten mit jedem Hundeführer aufs Neue mit und freuten uns jedesmal, wenn der arbeitende Hund mit Stück im Fang endlich wieder sichtig war.
Alle unsere Retriever liefen die 800 Meter unter zehn Minuten und zeigten nach Aussagen von den Richtern und vom Schleppenzieher eine hervorragende Arbeit auf der Spur, beim Aufnehmen und beim Ausgeben des Wildes.
Die herrausagendste Leistung erbrachte an diesem Sonntag der Schleppenzieher und gleichzeitig Prüfungsleiter Manfred Graßl, der alle !!! 13 Schleppen mit nicht zu enden scheinender Energie selbst zog. Auch hier ein großes Dankeschön und riesen Respekt für dieses Durchhaltevermögen.
Gegen zwei Uhr nachmittags waren dann alle Hunde durchgeprüft und wir trafen uns alle bei kühlen Getränken und Gegrilltem zu einem gemütlichen Beisammensein mit Urkundenvergabe und Preisverteilung. Ich glaube, es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass wir alle sehr stolz auf unsere Hunde waren und sind, weil sie diese schwierige Aufgabe so souverän gemeistert haben.
Ein großes Dankeschön an den Prüfungsleiter Manfred Graßl, an die beiden Mitrichter, an die Revierinhaber, an alle Helfer,Organisatoren und Unterstützer dieses tollen Prüfungstages und auch ein Danke an unsere Hunde, die sich von unserer Nervosität nicht beeinflussen haben lassen. Wir werden uns bei der nächsten Langschleppe über 1200 Meter bestimmt wieder sehen.
Barbara Fischer mit Nugget vom Lech-Toller Nest